Newsletter – Ausgabe Sommer 2024

Wie Kapital- und Immobilienanleger vom Wachstumschancengesetz profitieren
Maßnahmen gegen Doppelbesteuerung / Nachfrage nach Altersvorsorgeprodukten dürfte hoch bleiben

Die deutsche Wirtschaft braucht dringend Impulse. Denn die Wachstumsaussichten sind weiter gering. Gut vier Monate dauerte es dennoch, bis sich die Bundesregierung und der Bundesrat, also die Vertretung der 16 Bundesländer, auf den Kompromissvorschlag des zuvor angerufenen Vermittlungsausschusses von Bundestag und Bundesrat verständigen konnten. Am 28. März 2024 trat das Wachstumschancengesetz schließlich in Kraft – ohne die ursprünglich vorgesehene Klimaschutz-Investitionsprämie, aber mit einer Reihe von steuerrechtlichen Änderungen, die teils auch für Anleger relevant sind.

Höhere Freigrenze bei Gewinnen aus privaten Veräußerungsgeschäften

Besonders gilt dies für zwei Regelungen, die seit 1. Januar 2024 gelten. Erstens bleiben Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften bis zu einer Höhe von 1.000 Euro steuerfrei. Begründet liegt dies an einer entsprechenden Anhebung der Freigrenze nach § 23 Abs. 3, S. 5 EstG. Bei Ehepaaren, die zusammen zur Einkommenssteuer veranlagt werden, können beide jeweils die höhere Freigrenze ausschöpfen. Die Nachsteuerrendite betroffener Geldanlagen dürfte sich dadurch künftig erhöhen. Zudem wird sich der Aufwand geringfügig ändern, um die persönliche Einkommenssteuererklärung zu erstellen.

Temporäre Abschreibung für die Errichtung oder Neu-Anschaffung von Wohngebäuden

Zweitens kann bei Gebäuden, die von Steuerpflichtigen für Wohnzwecke errichtet oder bis zum Ende des Jahres der Fertigstellung angeschafft worden sind bzw. werden, eine degressive Abschreibung in Höhe von fünf Prozent durchgeführt werden (§ 7 Abs. 5a EstG). In dem Jahr der Herstellung oder Anschaffung geschieht dies dann zeitanteilig. Der Steuerpflichtige hat die Möglichkeit, zur linearen Abschreibung zu wechseln. Wichtig: Der Baubeginn bzw. die Anschaffung des Wohnungsgebäudes muss nach dem 30. September 2023 und vor dem 1. Oktober 2029 stattgefunden haben. Diese zeitliche Begrenzung hat der Gesetzgeber offenbar gewählt, damit Investitionsentscheidungen zum Kauf oder zur Errichtung von Wohn- und Teileigentum schneller und zeitnah getroffen werden. Das könnte die Nachfrage nach Finanzierungslösungen spürbar vorantreiben.

Vermeidung von Doppelbesteuerungen bei künftigen Rentenjahrgängen

Einen weiteren Schwerpunkt setzt das Wachstumschancengesetz bei Änderungen im Einkommenssteuergesetz im Bereich der Rentenbesteuerung. Das zentrale Ziel: Doppelbesteuerungen künftiger Rentenjahrgänge sollen vermieden werden. Rückwirkend ab dem Jahr 2023 steigt daher der Besteuerungsanteil für jeden neuen Renteneintrittsjahrgang nur noch um 0,5 statt wie bisher um 1,0 Prozentpunkte (§ 22, Nr.1, S. 3 EstG). Somit müssen Menschen, die im vergangenen Jahr in den Ruhestand wechselten, 82,5 Prozent ihrer Rente versteuern. Im Jahr 2024 steigt der Besteuerungsanteil folglich auf 83 Prozent und erst 2025 auf 83,5 Prozent. Erstmals müssen Rentnerinnen und Rentner, die 2058 in den Ruhestand wechseln, ihre gesetzliche Rente zu 100 Prozent versteuern.

Dieser gebremste Anstieg wird beim Altersentlastungsbetrag nachvollzogen. Konkret: Ebenfalls rückwirkend seit 2023 wird der Altersentlastungsbetrag nicht mehr in jährlichen Schritten von 0,8 Prozent, sondern von 0,4 Prozent verringert. Beginnend mit dem Veranlagungszeitraum 2023 sinkt der Höchstbetrag jährlich um 19 anstatt wie bisher um 38 Euro. Weitere gesetzliche Regelungen sollen folgen, um bereits eingetretene Doppelbesteuerungen bei heutigen Rentnerinnen und Rentnern zu beseitigen.

Steigende Nachfrage nach Altersvorsorgeprodukten dürfte anhalten

Abgesehen von den Änderungen im Immobilienbereich dürften sich die Auswirkungen auf den Markt für Altersvorsorgeprodukte in Grenzen halten. Gleichwohl ist künftig von einer eher steigenden Nachfrage auszugehen, da der Druck auf die gesetzliche Rentenversicherung kaum nachlassen dürfte. Im Gegenteil: Die Bundesregierung plant angesichts begrenzter finanzieller Mittel im Bundeshaushalt die zusätzlichen Bundeszuschüsse an die Rentenversicherung zu kürzen. Gleichzeitig nähern sich die sogenannten Baby Boomer-Jahrgänge, also Erwerbstätige im Alter zwischen 58 und 67 Jahren, ihrem Renteneintritt. Laut Statista waren das Ende 2022 immerhin fast 12,5 Millionen Menschen und damit etwa 15 Prozent der Bevölkerung Deutschlands.

Für das Alter vorsorgen

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Wer rechtzeitig für die Zukunft vorsorgt, kann sich auch im Alter die Lebensqualität bewahren. Die finanzielle Absicherung gibt Ihnen die Freiheit, auch im Ruhestand noch Pläne zu verwirklichen und aufgesparte Träume zu leben. Entscheidend ist eine solide Grundlage, die Sie sich heute Schritt für Schritt aufbauen.

Dazugehörige Produkte

  • Private Rentenversicherung
  • Kapitallebensversicherung
  • Basisrente „Rürup“
  • Betriebliche Altersversorgung
  • Riesterrente
  • Investment-Sparplan
Käufermarkt bietet Chancen bei US-Immobilien
Investitionsklima hellt sich auf, aber nicht in allen Segmenten und Regionen

Die amerikanischen Immobilienmärkte bewegen sich in einem dynamischen Konsolidierungsmodus. Ein Blick in den Rückspiegel zeigt klar: Die vergangenen Zinssteigerungen der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hatten zu starken Preisverwerfungen an den US-Immobilienmärkten geführt. Während die Preise für Liegenschaften eingebrochen waren, kletterten die Kosten für Kredite stark in die Höhe. Folglich verlangsamte sich die Kreditvergabe, sodass die Transaktionsvolumina begrenzt blieben. Doch inzwischen kommt Bewegung in die Märkte und das Investitionsklima hellt sich auf, wenngleich nicht in allen Marktsegmenten und -regionen.

Laut Statista geben zwei weltweite Immobilienmärkte im Jahr 2024 den Ton an: China und die USA, deren Marktwerte auf 124,1 bzw. 109,5 Billionen Euro beziffert werden. Doch nur der amerikanische Immobilienmarkt steht ebenso für ein Höchstmaß an Transparenz, Professionalität und Liquidität. Gleichzeitig sind die USA die größte Volkswirtschaft der Welt, der es offenbar weiterhin gelingt, ein Abrutschen in die Rezession zu vermeiden. Da nach überwiegender Marktmeinung schon bald mit einer Zinswende der Fed zu rechnen ist, könnten sinkende Finanzierungskosten die Gesamtnachfrage anfachen – zumal die Einwohnerzahl künftig steigen wird. Bis 2060 geht das US Census Bureau von einem Plus von 67 Millionen auf rund 405 Millionen Menschen aus.

Geringe Konkurrenz und Vorteile beim Mieterschutz, Zins- und Preisniveau

Nicht zuletzt wegen der schieren Größe bewegen sich Investoren in den USA auf einem sehr heterogenen Markt. Das gilt nicht nur im Hinblick auf Gewerbe- und Wohnimmobilien, sondern auch bezogen auf regionale Standorte. So gelten Investitionen in den US-Küstenstaaten, einschließlich den südlichen Bundesstaaten, dem sogenannten sunbelt, sowie wichtige Metropolen mit mehr als einer Million Einwohner als besonders attraktiv für Investoren. Zu diesen „Metropolitan Areas“ zählen etwa Boston, Atlanta, Washington D. C., Miami, San Francisco und Los Angeles. Deutsche Anleger profitieren dabei von positiven Rahmenbedingungen eines Käufermarktes: andere Standards beim Mieterschutz, ein abweichendes Zins- und Preisniveau sowie eine vergleichsweise geringere Käuferkonkurrenz. Entsprechend eröffnen sich derzeit auf vielen amerikanischen Immobilienmärkten interessante Anlagechancen für Investoren. Zusätzlich bieten sich durch Investments in US-Immobilien und damit in US-Dollar im Portfolio Möglichkeiten zur Währungs- und Standortdiversifikation.

Sanierungen jetzt anpacken und Förderungen bestmöglich nutzen

Energieeffizienzexperten einbeziehen und optimale Finanzierung sicherstellen

Deutschland befindet sich im Sanierungsstau. Der Rückstand an Instandhaltungen und Modernisierungen betrifft sowohl die Infrastruktur wie Brücken und Straßen als auch den Immobilienmarkt. Expertenschätzungen gehen davon aus, dass bundesweit etwa jedes zweite Gebäude betroffen ist. Schon deshalb ist es sinnvoll, jetzt notwendige Sanierungen anzupacken, losgelöst vom Umsetzungsstand kommunaler Wärmeplanungen.

Im Mittelpunkt von Sanierungen steht erstmal nicht eine mögliche Erneuerung einer Heizungsanlage, sondern energetische Maßnahmen. Die entsprechenden Anforderungen hat der Gesetzgeber im Gebäudeenergiegesetz (GEG) vereint, das im vergangenen Jahr als sogenanntes Heizungsgesetz im Mittelpunkt teils heftiger Kontroversen stand und schließlich im Herbst novelliert wurde. Schon mit Blick auf die gesetzlichen Vorgaben empfiehlt es sich, bei Sanierungen fachlichen Rat einzubinden.

Fachleute, wie zum Beispiel Energieeffizienzexperten, unterstützen betroffene Immobilienbesitzer bei der Umsetzung von Sanierungsmaßnahmen. Konkret geht es insbesondere darum, bestmögliche Förderungen, zum Beispiel von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) oder vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BaFa) zu erhalten. Ebenso gilt es, die einzelnen Sanierungsschritte aufeinander abzustimmen und eine optimale Finanzierung im Rahmen der persönlichen Finanzsituation sicherzustellen. Diese finden wir bei Plansecur über die marktführende Finanzierungsplattform mit Zugriff auf über 700 Finanzierungspartner. Neben Förderbanken bieten teils auch Banken und Sparkassen Sonderprogramme für energetische Modernisierungen an. Da in der Zukunft neuer Modernisierungsbedarf entstehen dürfte, lassen sich mit einer „Zinsvorsorge“ beispielsweise über das Bausparen schon heute die finanziellen Weichen dafür stellen.

Unter der Voraussetzung, dass die Vorgaben für die Programme eingehalten werden müssen, was Energieeffizienzexperten letztendlich bescheinigen, lassen sich die folgenden drei KfW-Förderungen besonders hervorheben:

Kredit Nr. 297

  • Klimafreundlicher Neubau – Wohngebäude
  • Haus und Wohnung energieeffizient und nachhaltig bauen
  • Förderkredit bis zu 150.000 Euro je Wohnung für Neubau und Erstkauf
  • Bis zu 35 Jahre Laufzeit und bis zu zehn Jahre Zinsbindung

Kredit Nr. 300

  • Wohneigentum für Familien
  • Für Familien mit Kindern, die klimafreundlich bauen
  • Förderkredit für Bau und Erstkauf von Haus und Eigentumswohnung
  • Für Familien mit Kindern und Alleinerziehende mit niedrigem bis mittlerem Einkommen
  • Kredithöchstbeträge von 170.000 bis 270.000 Euro

Kredit Nr. 261

  • Bundesförderung für effiziente Gebäude/Wohngebäude – Kredit
  • Günstiger Förderkredit für Sanierung und Kauf
  • Bis zu 150.000 Euro Kredit je Wohneinheit für ein Effizienzhaus
  • Weniger zurückzahlen: zwischen fünf und 45 Prozent Tilgungszuschuss
  • Zusätzliche Förderung möglich, z. B. für Baubegleitung

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