Status „Angestellter Geschäftsführer“: Was ist jetzt zu beachten?

Die (neue) Position bedeutet in der Regel mehr Verantwortung und auch mehr Verdienst gegenüber einem Angestellten in dieser Firma. Mit dem Abschluss des schriftlichen Geschäftsführervertrages verliert der angestellte Geschäftsführer eine Reihe von Arbeitnehmerprivilegien. Dazu werden im Folgenden drei Versicherungsaspekte näher betrachtet:

Keine Schutzfunktion durch das Arbeitsrecht

Für angestellte Geschäftsführer (als gesetzlicher Vertreter einer juristischen Person) entfällt die Schutzfunktion durch das Arbeitsrecht für Arbeitnehmer und damit auch der Kündigungsschutz. Im Bedarfsfall muss sich der Geschäftsführer an die Zivilgerichte (Landgericht, Oberlandesgericht, Bundesgerichtshof) wenden. Damit verbunden sind erheblich höhere Streitwerte als im Arbeitsrecht und das „volle Kostenrisiko“, wenn man den Prozess verliert. In diesem Fall wären auch die Gerichtskosten und die Kosten der Gegenseite selbst zu tragen.

Die eventuell vorhandene Absicherung des Bausteins „Arbeitsrecht“ im Rahmen eines Rechtsschutzvertrages für Privatpersonen greift demzufolge nicht mehr (bzw. je nach Tarif höchstens im Rahmen kleinerer Sublimits).

Mit Abschluss eines Anstellungsvertrag-Rechtsschutzes lässt sich das Kostenrisiko für die gerichtliche Wahrnehmung rechtlicher Interessen aus einem Anstellungsvertrag (als gesetzlicher Vertreter einer juristischen Person) versichern. Die Wartezeit für die gerichtliche Interessenwahrnehmung beträgt drei Monate.

Persönliche Haftung des Geschäftsführers

Während ein Arbeitnehmer für Schäden, die während der Ausübung seiner Tätigkeit entstehen, nur eingeschränkt oder gar nicht haftet, muss der angestellte Geschäftsführer für seine Entscheidungen grundsätzlich und mit seinem vollen Privatvermögen haften. Stets wird ein sehr hoher Sorgfaltsmaßstab angelegt und bereits leichte Fahrlässigkeit genügt, um einen Anspruch zu begründen. Außerdem müssen sie selbst beweisen, dass sie sich nichts haben zuschulden kommen lassen. Übrigens: In nur ca. 7% aller Schadenfälle ist die Haftungsfrage von vornherein klar.

Wer die beschriebene Geschäftsleitungsposition übernimmt, sollte deshalb bereits im Geschäftsführervertrag vereinbaren, dass das Unternehmen eine D&O-Versicherung - mit weitreichendem und individuellem Schutz - abschließt. Die Versicherung - auch Manager-Haftpflicht genannt - deckt mögliche Kosten für die gerichtliche und außergerichtliche Abwehr sowie Schadenersatz-zahlungen, die Entscheider anderenfalls aus eigener Tasche zahlen müssen. Sie schützt aber auch vor einer Inanspruchnahme durch die eigene Gesellschaft. Eine sehr häufige Schadenurasche liegt in der Insolvenzverschleppung. Aber auch eine Fehlentscheidung bei Investitionen oder auch ein fehlerhafter Jahresabschluss können zu einem Schadenfall führen.

Die persönliche D&O-Versicherung ist die private Absicherung gegen D&O-Ansprüche. Sie kann separat oder zusätzlich zu einer Unternehmens-D&O abgeschlossen werden und bietet exklusiv und ausschließlich für die benannte Person Versicherungsschutz. Es können auch mehrere Mandate - im beruflichen Kontext und/oder im Ehrenamt - abgesichert werden. Der persönliche Schutz bleibt auch erhalten, wenn ein beruflicher Wechsel vollzogen wurde oder später der Ruhestand genossen wird. Allerdings ist die Prämie auch privat zu bezahlen.

Die passgenaue Absicherung der Lohnfortzahlung

Für Arbeitnehmer ist die Lohnfortzahlung in Deutschland gesetzlich geregelt. Bei angestellten Geschäftsführern sollte diese im Geschäftsführervertrag passend geregelt sein. Im Zweifel sollte man seinen persönlichen Leistungsanspruch im Krankheitsfall (noch einmal) überprüfen.

Es gibt auch Lösungsmöglichkeiten über die Firma. Die Beiträge für die Gehaltsabsicherung können dann als absetzbare Betriebsausgabe steuermindernd angesetzt werden.

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